Heute, am Tag der Befreiung Deutschlands von den Nationalsozialisten, trafen sich einige Mitglieder der SPD im Markt Lappersdorf am Stolperstein zum Gedenken an Alois Altmann.
Alois Altmann wurde am 6. September in Lappersdorf geboren. Er stammte aus einer kinderreichen Familie und hatte acht Geschwister. Mitglieder der Familie Altmann gehörten 1920 zu den Gründern der Lappersdorfer SPD, später waren sie aktiv im Widerstand. Am 22. Juni 1933 wurden Alois Altmann und sein Bruder Ludwig in „Schutzhaft“ genommen, wegen „unverschämter Äußerungen“. Es wird vermutet, dass er wegen einer zurückliegenden Hirnhautentzündung Schädigungen am Hirn zurückbehalten hatte. Am 14. Februar 1939 erfolgte seine Einweisung nach Karthaus-Prüll, von dort wurde er im November 1940 in die Anstalt Niedernhart überstellt, und schlussendlich in die Tötungsanstalt Hartheim. Alois Altmann wurde hier am 4. November 1940 in einer Gaskammer ermordet. Seine Familie erhielt am 18. November 1940 die Mitteilung, dass er in der Anstalt Sonnenstein verstorben wäre - ein Täuschungsversuch der Nazis, um die T4-Aktionen zu vertuschen. Bei den T4-Aktionen handelte es sich um den systematischen Massenmord an mehr als 70.000 Menschen mit körperlichen, geistigen und seelischen Behinderungen im Dritten Reich zwischen 1940 und 1941. Auch Alois Altmann fiel dieser Aktion zum Opfer.
Gemeinsam wurde der quadratische Messingstein poliert, sowie eine Kerze und weiße Rosen abgelegt. Gemeinsam mit Christine Altmann berichtete Katja Stegbauer vom Wenigen, das über das Leben Alois Altmanns heute noch bekannt ist. Auch mit Besuchern der Eisdiele und des Wirtshauses kamen wir so ins Gespräch über die schrecklichen Geschehnisse und die Bedeutung der Erinnerungskultur. Denn Erinnern heißt auch, dafür zu kämpfen, dass sich dieser Teil unserer Geschichte nicht wiederholt!